Rechts- und Eigentumsform (1977-1992)


In der Pressekonferenz vom 30.10. 1986 wurde von Bundeskanzlers Dr. Vranitzky und dem Minister für die öffentliche Wirtschaft und Verkehr, Dr. Streicher, bezüglich der Zukunft der verstaatlichten Industrie eine Erklärung abgegeben, die für die Elin von besonderer Bedeutung war. Im folgenden möchte ich den genauen Wortlaut des Punkt 5 "Kooperationspartern für die ELIN-UNION AG" der Pressekonferenz wiedergeben:

"Die ELIN-UNION AG erwirtschaftete im Jahr 1985 mit rund 7.800 Beschäftigten einen Umsatz von 5,9 Mrd. öS. Das Betriebsergebnis war leicht positiv. Aufgrund der internationalen Entwicklung in der Elektro- und Elektronikindustrie ist es notwendig, zur Sicherung des Unternehmens mit einem der großen europäischen Elektrokonzerne zu kooperieren. Dabei strebt die ÖIAG die Sicherung der bestehenden Produktionsstätten sowie die optimale Auslastung der Werke Wien und Weiz an. Derzeit sind mehrere Alternativen in Diskussion."(Mitteilungen Nov. 1986)

Es wurde auch bestätigt, daß für die Gesundung der Elin verschiedene Varianten in Frage kämen. Diese Varianten reichten von einer rein österreichischen Lösung der Elin bis zu Kooperation mit einem größeren ausländischen Partner. Die Verhandlungen sollten aber nicht unter Zeitdruck verlaufen, damit alle Möglichkeiten genau geprüft werden könnten und die Übereinstimmung erzielt, daß ein endgültiger Beschluß nur gemeinsam im Dreiecksverhältnis (Eigentümer, Elin-Vorstand und Elin- Belegschaftsvertretung) gefaßt werden darf. Als mögliche Kooperationspartner kamen zu dieser Zeit die Firma AEG in Deutschland und die Firma ASEA in Schweden in Frage. Es wurde auch die Möglichkeit untersucht, die Aktivitäten der Elin und der EBG zusammenzuführen, um kostengünstiger zu produzieren und zu vermarkten (Mitteilungen Nov. 1986).

Die Neuordnung der ELIN 1989

Im Jahr 1989 schien man die Lösung der Elin-Krise gefunden zu haben. Man beschloß die Teilung der ELIN UNION AG in drei handelsrechtliche Gesellschaften. Demnach wurde das Unternehmen in die folgenden Bereiche unterteilt:

  1. Energieversorgungs- Ges.m.b.H. (UB 1),
  2. Energieanwendungs- Ges.m.b.H. (UB 2),
  3. Service - Ges.m.b.H.

Die Elin Dienstleistungen Gesellschaft m.b.H. wurden im Laufe des Jahres 1990/1991 der Nachfolgefirmen EEA/EEV zugeteilt. Die ELIN Energieversorgungs GesmbH. befaßt sich mit den „klassischen“ Elin-Aktivitäten der Energieerzeugung und -verteilung. Das Unternehmen gliederte sich in fünf operative Geschäftszweige mit jeweils definierten Aufgabenbereichen. Die EEV besaß noch drei weitere Tochterfirmen, die in ihren Bereichen hochspezielle Lösungen boten:

An dieser Stelle möchte ich exemplarisch noch einige wenige weitere Beteiligungsfirmen der ELIN nennen. Im Laufe der Jahre stieg deren Zahl und Vielfalt jedoch immer mehr, sodaß es zu umfangreich wäre, hier auf alle Firmen einzugehen.

Das jüngste Unternehmen der ELIN-Gruppe ist die ELIN Transformatoren GesmbH. mit Sitz in Weiz. Ab Oktober 1990 wurde aus dem ehemaligen Geschäftsbereich Transformatoren der Elin Energieversorgung eine eigene Tochtergesellschaft. Dabei wurde die Übernahme aller Mitarbeiter in die ETG mit allen Rechten und Pflichten im „Rucksackprinzip“ durchgeführt. Die Ursache für die Umstrukturierung der Elin war wohl vielfältig. Der primäre Grund dürfte allerdings in der Position der Elin am Weltmarkt zu finden gewesen sein. Am Sektor der Energieverteilung und Erzeugung wurde der Markt weltweit von einigen Großkonzernen beherrscht, wobei die Elin nur eine untergeordnete Rolle spielte. Um weiterhin bestehen zu können schien eine wirtschaftliche Verflechtung mit einem dieser Konzerne als unumgänglich notwendig. Eine solche Zusammenarbeit in einzelnen Teilbereichen (EEA, EEV und ETG) erschien sicher günstiger und zielführender zu sein als eine sogenannte Gesamtlösung. Ohne die Aufteilung der Elin wäre solche Kooperationen in Form von Teillösungen nicht möglich gewesen (Informationen des Betriebsrates, 1fff.).
1987 wurden schließlich auch der Handelswarenbereich sowie die Eisengießerei Möllersdorf aus dem Unternehmen ausgegliedert. Die Aktivitäten des Bereiches Haushaltsgeräte wurden in die bereits 1985 gegründete ELIN Haushaltsgeräte Gesellschaft m.b.H. eingebracht. (Preißler, Elin, 44)

In das Leistungsspektrum der ELIN Energieanwendung fallen der Geschäftsbereich Industrieanlagen, Umwelttechnik, Verkehrstechnik, Installations- und Haustechnik, Spezial- und Standardmotoren, Kommunikationstechnik und Elektronik. Auch hier möchte ich nur auch die wichtigsten Beteiligungen bis 1992 eingehen:

Beteiligungen und Neugründungen

Die wichtigsten Konzernunternehmen im Inland bis 1992 waren:

Auf die folgenden Konzernunternehmen wird nun genauer eingegangen:

Ich möchte nun noch einige wichtigere Konzernunternehmen der ELIN im Ausland nennen:

Die Bilanz in Zahlen

Im Rahmen der ordentlichen Gebarung schloß das Geschäftsjahr 1980 der ELIN negativ ab (- 88 Millionen versteuert). Außerdem verursachten besondere Ereignisse im Beteiligungsbereich so hohe Abgänge, daß das Unternehmen zum ersten Mal nach vielen Jahren in der Bilanz einen Verlust ausweisen mußte und daher auch keine Dividende ausschütten konnte. Diese Entwicklung wurde insbesonders durch den Konkurs der österreichischen Klimatechnik GesmbH. (ÖKG), an der die ELIN zu 50 % beteiligt war, verursacht. Die Konkurssituation trat 1981 zutage, die Abschreibung der Beteiligung an der ÖKG mußte aber in der Bilanz der ELIN 1980 aufgenommen werden. In den Jahren 1981/1982/1983 setzte sich die Schwächephase der Elektroindustrie fort, die erst 1984 durch eine weltweiten Wirtschaftsaufschwung überwunden werden konnte.

Die Tochtergesellschaften der ELIN (AE - EHT, KDAG und Asta) konnten in diesen Jahre Gewinne erwirtschaften, während die Entwicklung der ELIN, in Folge des Konkurses der ÖKG durch hohe Verluste gekennzeichnet war. Nach einer Gesellschaftereinlage von 600 Millionen Schilling 1983 und 550 Millionen Schilling 1984 konnte die ELIN 1984 eine ausgeglichenes Ergebnis erzielen. 1985 konnte das Unternehmen schließlich wieder ein positives Ergebnis (44,7 Millionen Schilling) vorweisen (Unterwieser, Verstaatlichte Industrie, 105).

1987 konnte an die positive Ertragsentwicklung der Vorjahre nicht angeschlossen werden. Zur Erstellung eines ausgeglichenen Ergebnisses wurden Rücklagen aufgelöst, der Cash-flow sank auf 52,6 Mio. öS. Im operativen Bereich gab es Auslastungsschwierigkeiten in den Werken. Als Ausfluß dieser Entwicklung kam es zu einer starken Personalreduktion um 864 Mitarbeiter (Preißler, Elin, 43f.).