Rechts- und Eigentumsform (1938-1945)

Die Verschmelzung der Elin mit den deutschen Schorchwerken

Der Elin war es bis 1938 gelungen, als einziges Unternehmen der Starkstrombranche alle Unterwanderungen deutscher Konzerne erfolgreich abzuwehren. Der „Anschluß“ an das deutsche Reich brachte nun eine radikale Änderung der Rechtsverhältnisse mit sich. Den generellen Richtlinien des Reiches entsprechend mußte die Kreditanstalt ihren Aktienbesitz 1939 an die Deutsche Continental Gas Gesellschaft in Dessau verkaufen, die schon vorher der Besitzer der Schorchwerke A.G. im Rheinland war (Widdmann, Elin, 7).

Schorch-Werk A.G. in Rheydt

1942 fand die endgültige Verschmelzung der Elin Aktiengesellschaft für elektrische Industrie in Wien und der Schorch Werke A.G. in Rheydt zu einer Firma statt. Die ehemaligen Aktionäre der Schorch-Werke A.G. erhielten im Umtauschverhältnis 1 : 1 Aktien der neuen Gesellschaft, deren Kapital zu diesem Zweck auf 13, 000.000, - Reichsmark aufgestockt wurde. Das Grundkapital erhöhte man durch die Ausgabe weiterer Aktien, wobei den Aktionären das Bezugsrecht eingeräumt wurde (Geschäftsbericht 1942, 3f.). Wie schon aus dem Namen zu entnehmen, mußte die Elin optisch der aktivere Teil sein, hatte aber tatsächlich nur Nachteile daraus (Widdmann, Elin, 7).



Beteiligung, Neuerwerbungen und
Veränderungen der Besitzverhältnisse

Durch die Verschmelzung mit den Schorch-Werken und dem Führungwechsel bei der Elin haben sich auch Veränderungen bei den Beteiligungen ergeben. Vergleicht man diese mit den Beteiligungen von 1930 - 1937, so sieht man , daß die Beteiligungen bis 1940 deutlich anstiegen, 1940 mit 9,9 Mio. Schilling den bis dahin höchsten Wert erreichten und dann gegen 1945 wieder leicht fielen. Bei Kriegsende sanken die Beteiligungen auf 4,2 Mio. Schilling.

Beteiligungen 1925 - 1945

Bei den nun folgende Werken handelt es sich um Unternehmen, die die ELIN im Laufe der Zeit erstanden hatten oder an denen sie in irgendeiner Weise beteiligt war. Es sollen an dieser Stelle auch die Veränderungen innerhalb der Konzernbeziehungen aufgezeigt werden.

Die Elin gehörte in dieser Zeit folgenden Wirtschaftsverbänden an:

Die Bilanzen in Zahlen

Mit der Reichsmarkeröffnungsbilanz von 1. Jänner 1940 legte man der Hauptversammlung nun einen Umstellungsbericht vor, der die Vermögensbestände und Schulden neu bewertete. Für die Umstellung des Grundkapitals waren zwei Umstände von grundlegender Bedeutung:

  1. Einer der bedeutendsten Beteiligungsgesellschaften, die Telefon-Automaten-Gesellschaft m.b.H. Wien ging an die Deutsche Reichspost über, woraus sich die Notwendigkeit ergab, den Beteiligungsstand neu zu bewerten.
  2. Da die zukünftige Entwicklung sehr ungewiß war, hielt man es für notwendig bei der Bemessung des neuen Grundkapitals große Vorsicht walten zu lassen (Reichsmarkeröffnungsbilanz 1940, 7).

In Hinblick auf die Rationalisierungsmaßnahmen und die dadurch bedingten zusätzlichen Investitionen wurden die Aufwertungsmöglichkeiten, die im Substanzwert der Sachanlagen lagen, nicht ausgeschöpft. Aufgewertet wurden lediglich die Maschinen und Einrichtungen, deren Abschreibungen in der ertragsmäßig einigermaßen abschätzbaren näheren Zukunft erfolgen konnte. Es wurde jedoch bei diesen Anlagegütern die Aufwertung nicht im vollen nach dem Substanzwert möglichen Ausmaß vorgenommen. Die übrigen Sachanlagen, die einer Abschreibung nicht unterlagen oder doch eine langfristige Abschreibungszeit bedingten, insbesondere die Grundstücke und die Gebäude, wurden hingegen wesentliche abgewertet (Reichsmarkeröffnungsbilanz 1940, 7) . In der Eröffnungsbilanz werden neben den Bilanzwerten der Gesellschaft auch die Übernahmewerte der folgenden vier im Jahr 1940 durch Umwandlung übernommenen Gesellschaften aufgeführt:

Die Mehrheit der Elin-Aktien war im Besitz der Deutschen Continental-Gas-Gesellschaft in Dessau (Reichsmarkeröffnungsbilanz 1940, 7f.). 1945 mußte man Maßnahmen treffen, die die technische und wirtschaftliche Lösung vom Werk in Rheydt, „mit welchem jede Verbindung fehlte“ ermöglichten. Rein äußerlich kam dieses Bestreben auch in der Umänderung des Firmenwortlautes in den alten Firmennamen "ELIN A.G. für elektrische Industrie" zum Ausdruck. Der alte Aufsichtsrat wurde abberufen, neue Aufsichtsräte gewählt, die Bestellung des früheren Vorstandes wurde widerrufen, die ordentlichen und stellvertretenden Vorstandsmitglieder neu bestellt, sowie die in der Übergangszeit eingesetzte öffentliche Verwaltung aufgehoben (Geschäftsbericht 1945, 2f.).

Bilanzsumme 1925 - 1945
Eigenkapital u. Gewinn 1925 - 1945

In der Bilanz von 1945 wurde, infolge der unklaren Verhältnisse bezüglich der Auseinandersetzung mit Deutschland, das Werk Rheydt aus dem Anlagevermögen ausgeschieden, und in die Position II „Vermögenswerte, deren Wertansätze mit Rücksicht auf die derzeitigen Verhältnisse nicht beurteilt werden können“ aufgenommen (Geschäftsbericht 1945, 3). Das Umlaufvermögen, also die Vorräte an Rohstoffen, halbfertigen und fertigen Erzeugnissen, war 1945 gegenüber dem Vorjahr infolge der Kriegs- und Nachkriegsereignisse durch Schäden gesunken (Geschäftsbericht 1945, 3). Den geänderten politischen Verhältnissen Rechnung tragend, wurden 1945 die Konzernbeziehungen zu deutschen Gesellschaften, „in welchen das Unternehmen ohne eigenes Dazutun geraten war“, gelöst. Folgende Gesellschaften gehörten nun zum Elin-Konzern und standen zum Unternehmen in einem Abhängigkeitsverhältnis im Sinne des Aktiengesetzes: