Palazzo Medici



Der Palazzo Medici-Riccardi war der erste monumentale Palast für private Zwecke, der im 15. Jahrhundert in Florenz gebaut wurde. Cosimo de Medici(1389-1464) gab um 1440/45 den Auftrag für den Bau. Der Baumeister Michelozzo di Bartolomeo legte den Palast nahezu symmetrisch an. Die dreistöckige Fassade umschließt einen weitläufigen Innenhof.

Die Ausgestaltung der einzelnen Stockwerke in Rustika-Gestaltung wird in zwei Stufen abgeschwächt und verringert sich bis zum Obergeschoß zu einer flachen Fassadengestaltung. Der Bau wird von einem weit auskragendem Konsolgesims abgeschlossen und getrennt sind die Stockwerke durch ein schmales, plastisches Band im Zahnschnittmuster. Auch unter dem Konsolgesims verlaufen ein Band mit Zahnschnittmuster und eines mit Perlstabmuster.

Die geteilten Fenster, mit Säulen in der Mitte und von einem Rundbogen überfangen, bewirken zusammen mit der Rusikaquaderung einen interessanten Effekt. Diese Wirkung ist mit den toskanischen Bischofspalästen vergleichbar, beim Palazzo Medici handelt es sich aber um ein Bürgerhaus.

Der Medici-Palast bot auch angemessene Unterkünfte für Botschafter und Würdenträger, die die Stadt Florenz besuchten. Die kunstvolle Ausstattung der Innenräume vervollständigte den repräsentativen Eindruck.

Interessant ist, daß klassische Formen der Architektur für die äußere, der Öffentlichkeit zugewandten Fassade verwendet wurden. Das kam zu dieser Zeit in der Toskana selten vor.
Im Palazzo Medici verbindet sich die Tradition mit den Neuerungen, die Michelozzo einbrachte. Der quadratische Grundriß, der dreigeschossige Aufbau, die horizontale Gliederung, die regelmäßige Reihung der Fenster und das abschließende Gesims sind der Tradition verbunden. Der Architekt bringt jedoch eine überall wirksame Regelmäßigkeit und Symmetrie ein. Die effektvolle, abgestufte Rustizierung der Fassade und die plastische Ausgestaltung der Biforienfenster vervollständigen dieses Bauwerk, das als Vorbild für nachfolgende Palazzi herangezogen wurde (z.B. Alberti, Pal. Ruccellai).


© 1998 by SM